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03. April 2022 | Innenpolitik, Wahlen

„Brauchen keinen Bundespräsidenten, der alles abnickt und durchwinkt“

Herbert Kickl kündigt eine freiheitliche Kandidatur für die Hofburg an und ist überzeugt, dass man die FPÖ noch brauchen wird.

Herbert Kickl am Dachstein. Im „Krone“-Interview sprach der FPÖ-Obmann über seine große Leidenschaft, die Berge.

Herbert Kickl am Dachstein. Im „Krone“-Interview sprach der FPÖ-Obmann über seine große Leidenschaft, die Berge.

Rund neun Monate nach seiner Wahl zum Bundesparteiobmann sieht Herbert Kickl die FPÖ in einer guten Position, wie er im „Krone“-Interview mit Conny Bischofberger betont: „Wir haben die freiheitliche Partei auf – nehmen wir einen Mittelwert – 20 Prozent stabilisiert und damit ein Versprechen eingelöst, das ich gegeben habe, als ich zum Obmann gewählt wurde. Das ist ein großer gemeinsamer Erfolg.“

Abstand zur ÖVP pulverisiert

Dieser Erfolg sei umso höher zu bewerten, als die Regierung zunächst Corona voll für sich zu nützen versucht hat: „In der Anfangsphase der Pandemie, als sich Sebastian Kurz, getragen von den Medien, noch im Dauerhoch befand, hatten wir einen Abstand von 30 Prozentpunkten zur Nummer 1, der ÖVP. Jetzt liegt ihr Abstand zu uns im Bereich der Schwankungsbreite. Und die SPÖ befindet sich mit 27 bis 29 Prozent in Schlagdistanz.“

Will Van der Bellen weiter dem Nichtstun in der Hofburg frönen?

Für die Bundespräsidentenwahl, die heuer im Herbst stattfinden wird, kündigt Herbert Kickl einen freiheitlichen Kandidaten an, lässt sich aber personell noch nicht in die Karten blicken: „Wir sind nicht am Zug. Jetzt wäre zunächst einmal interessant, ob der Amtsinhaber gedenkt, noch eine weitere Periode dem Nichtstun frönen zu wollen. Wir müssen auch eine Diskussion über das Amtsverständnis führen. Wir brauchen keinen Bundespräsidenten, der alles abnickt und durchwinkt, was von Seiten der Regierung vorgelegt wird.“

Wahlen mit Vergangenheit nicht zu vergleichen

„Die nächsten Wahlen werden mit Wahlen in der Vergangenheit nicht mehr vergleichbar sein“, sieht Herbert Kickl auch viel Veränderungspotential, wenn es zu Neuwahlen des Nationalrats kommt. „Da hat sich viel zusammengebraut. Die Teuerung, die Flüchtlingsproblematik, Stichwort Ukraine. Die Corona-Frage wird im Herbst wieder Fahrt aufnehmen. Manche glauben, das wird sich alles von selber wieder beruhigen und die Menschen werden das vergessen. Ich glaube, es ist zu viel passiert und man wird die FPÖ noch brauchen.“

Wille entscheidet am Berg und in der Politik

Schließlich gab Herbert Kickl der„Kronen Zeitung“ auch Einblicke in seine große Leidenschaft, die Berge, und zog Parallelen zur Politik: „Die Auseinandersetzung mit dem Berg ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Angst. Das ist eine Gemeinsamkeit mit der Politik. Der Wille, nach oben zu kommen, muss immer größer sein, als die Angst, runterzufallen. Sonst macht man keinen Millimeter Fortschritt.“

 


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