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Noch keine Regierung musste sich so viele Plagiatsvorwürfe gefallen lassen

FPÖ-Wissenschaftssprecher Graf: "Die 'akademischen Fake-Probleme dieser Fake-Regierung' werden immer offensichtlicher!"

FPÖ-Wissenschaftssprecher Graf zeigt sich entsetzt über die vielen Plagiats-Vorwürfe gegen Mitglieder der Regierungen Kurz und Nehammer.

Foto: FPÖ

„Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Schummeleien, Betrügereien und Schlampereien in den akademischen Lebensläufen der Bundesregierungsmitglieder offensichtlich werden. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Enthüllungen nicht Woche für Woche weitergehen. Wenn Susanne Raab oder Alma Zadić glauben, durchtauchen zu können, so haben sie sich jedenfalls getäuscht. Die akademischen ‚Fake-Probleme dieser Fake-Regierung‘ werden immer offensichtlicher!“, betonte heute, Freitag, FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf.

Ungeist an Glücksrittertum und Unehrlichkeit

„Noch nie in der Geschichte der Republik hat sich sowohl im Parlament, aber auch in den Büros der obersten Organe ein solcher Ungeist an Glücksrittertum und Unehrlichkeit breitgemacht, wie in dieser Gesetzgebungsperiode unter Sebastian Kurz und Karl Nehammer. Bereits 2017 wurde Christian Buchman, ehemaliger steirischer Landesrat und bis vor wenigen Monaten Bundesratspräsident, sein akademischer Titel aberkannt. Im Zuge der Plagiatsaffäre rund um die ehemalige ÖVP-Familienministerin Christine Aschbacher hat auch der Villacher ÖVP-Nationalratsabgeordnete Peter Weidinger seinen akademischen Titel ‚zurückgelegt‘, da in rund 30 Fällen der Verdacht des Plagiierens bestanden hatte und er selbst dazu meinte, dass ihm dieser Titel nichts bedeute. Weiters hat der mittlerweile aus dem Nationalrat ausgeschiedenen ehemalige Sicherheitssprecher der ÖVP, Karl Mahrer, aus ‚völlig unbegreiflichen Gründen‘ sein in wenigen Wochen erworbenes Bakkalaureat zum Ende seiner Abgeordnetentätigkeit nicht mehr beim Namen geführt, und es findet sich auch nicht mehr auf der Parlaments-Homepage“, so Graf.

Kurz schwadronierte im ORF von "absolviertem Studium"

Auch bei der Diplomarbeit des ÖVP-Exministers Gernot Blümel bestünden die Literaturquellen zu mehr als 20 Prozent aus Lexika und Lehrbüchern. Lexika und Lehrbücher seien jedoch ungeeignet, um als wissenschaftliche Quellen herangezogen werden zu können. Blümel habe für seine Arbeit vornehmlich Tendenzliteratur verwendet, die keinen wissenschaftlichen Kriterien entspreche. Die Damen und Herren Abgeordneten und Minister der ÖVP verfolgten in ihren akademischen Lebensläufen exakt jenes Muster, das Sebastian Kurz als türkise "Lichtgestalt" jahrelang vorgelebt habe. So gebe er etwa in einem Interview im ORF-Report am 7. Februar 2012 zu Protokoll, dass „…Bei den Unis, die ich im Ausland absolviert hab’, bei der Uni in Cambridge zum Beispiel auch…“ er verschiedene Studenten kennengelernt habe. Der Inhalt des Interviews ist jedenfalls weit weniger interessant als die Tatsache, dass er offensichtlich gegenüber dem ORF den einmonatigen Besuch einer „Summerschool“ im Juli 2008 als Abschluss eines Studiums darzustellen versuchte, sagte Graf.

Raab und Zadić in Erklärungs-Notstand

Auch in der Psychologie-Diplomarbeit von ÖVP-Ministerin Raab fänden sich anscheinend rund 17 Plagiats-Verdachtsstellen auf 84 Seiten Fließtext und wohl auch erhebliche Berechnungsfehler im empirischen Teil. „Warum die Frauenministerin nicht im Detail auf den Vorwurf eingeht, diesen als ‚Schwachsinn‘ locker vom Tisch wischt und dabei auch noch von einem Gutteil der Medien offensichtliche Rückendeckung bekommt, ist nicht nachvollziehbar. Ebenso wenig die mediale Zurückhaltung in Zusammenhang mit der Dissertation von Justizministerin Zadić, die sich in der Rechtfertigung ihrer schlampigen paraphrasierten Zitierweise auf ein amerikanisches System herausreden möchte, dabei aber übersieht, dass ihre Conclusion nahezu wortident aus einer anderen Arbeit abgeschrieben wurde“, so Graf.

Anstand würde Rücktritte gebieten

„Angesichts dieser unverschämten Schwindeleien und der nahezu grotesken Rechtfertigungsversuche bleibt nur noch der Rücktritt, sowohl von Raab, als auch von Zadić als sauberer Ausweg über. Um den beiden Damen den Abschied ein wenig zu versüßen, wäre es ein Zeichen der Solidarität, wenn der Rest der Bundesregierung dann diesem Beispiel folgen und den Weg für Neuwahlen freimachen würde“, so Graf.


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